Wohnbaukredite gefragt: RLB NÖ-Wien mit starkem Halbjahr

Wolfgang Staufer3 min read26.08.2026, 00:00vor 13 Stunden
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Wohnbaukredite gefragt: RLB NÖ-Wien mit starkem Halbjahr

Die RLB NÖ-Wien meldet für das erste Halbjahr 2026 einen deutlichen Gewinnanstieg, getragen von einer starken Nachfrage nach Wohnbaukrediten.

Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien (RLB NÖ-Wien) hat ihre Halbjahresbilanz 2026 vorgelegt – und die Zahlen zeigen eine spürbar gestiegene Nachfrage nach Wohnbaukrediten. Für private Vermieter und Immobilien-Investoren in Österreich ist das ein Signal, dass Finanzierungen für Wohnimmobilien wieder deutlich stärker nachgefragt werden.

RLB NÖ-Wien meldet starke Nachfrage nach Wohnbaukrediten

Laut dem am 25.08.2026 veröffentlichten Halbjahresbericht stieg das operative Bankergebnis vor Steuern von 29,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 45,9 Millionen Euro. Auch das Konzerngesamtergebnis legte laut Bank deutlich zu.

Kreditwachstum im Detail

Die Kundenkredite der RLB NÖ-Wien wuchsen um 132,0 Millionen Euro auf insgesamt 16,2 Milliarden Euro. Als wesentlichen Treiber nennt die Bank die positive Entwicklung der privaten Wohnbaufinanzierungen – also Kredite, die Privatpersonen für den Kauf, Bau oder die Sanierung von Wohnraum aufnehmen.

Was die Zahlen widerspiegeln

Das Kreditwachstum deutet darauf hin, dass private Haushalte und auch Vermieter wieder aktiver in Finanzierungen investieren. Für den heimischen Wohnungsmarkt ist das ein Indiz dafür, dass sich das Finanzierungsklima im Vergleich zu den vergangenen Jahren spürbar entspannt hat.

Finanzierungsklima für Vermieter: Was sich geändert hat

Ein wichtiger Hintergrund für die aktuelle Entwicklung ist das Auslaufen der sogenannten KIM-Verordnung. Diese hatte Banken bis 30.06.2025 strenge Vorgaben zur Kreditvergabe gemacht. Seit 01.07.2025 gelten diese Vorgaben nicht mehr als bindende Verordnung.

Mehr Spielraum bei der Kreditvergabe

Banken können seither wieder flexibler entscheiden, orientieren sich in der Praxis aber weiterhin an ähnlichen Richtwerten wie zuvor:

  • Beleihungsquote von rund 90 Prozent des Immobilienwerts
  • Kreditbelastung von maximal etwa 40 Prozent des Nettoeinkommens
  • Laufzeiten von bis zu rund 35 Jahren

Diese Richtwerte sind zwar keine gesetzliche Pflicht mehr, bleiben aber als bankinterne Praxis relevant – auch für Vermieter, die eine Finanzierung für ein Mietobjekt oder eine Refinanzierung planen.

Zinsniveau bleibt entscheidend

Neben den Vergabekriterien bleibt die Zinsentwicklung der zentrale Faktor für die Wirtschaftlichkeit von Vermietungsobjekten. Neue Wohnbaukredite lagen im laufenden Jahr laut Marktbeobachtungen bei rund 3,45 Prozent effektivem Jahreszins. Diese Größenordnung ist für die Kalkulation von Zukäufen oder Anschlussfinanzierungen maßgeblich.

Gebührenbefreiung und weitere Rahmenbedingungen

Für Käufer und Vermieter, die aktuell eine Immobilie erwerben oder finanzieren, ist zudem die temporäre Gebührenbefreiung für Eigentums- und Pfandrechtseintragungen relevant. Sie gilt unter bestimmten Voraussetzungen für Fälle mit einer Bemessungsgrundlage bis 500.000 Euro. Für darüberhinausgehende Beträge fallen die üblichen Eintragungsgebühren an.

Wer eine Finanzierung plant, sollte daher sowohl die aktuellen Zinssätze als auch die Bedingungen für etwaige Gebührenbefreiungen genau prüfen, bevor ein Kaufvertrag oder Kreditvertrag unterschrieben wird.

Was heißt das für Vermieter?

Die Zahlen der RLB NÖ-Wien zeigen: Wohnbaukredite werden in Österreich wieder stärker nachgefragt, und das Kreditvolumen wächst spürbar. Für private Vermieter ist das ein Hinweis darauf, dass Banken aktuell bereit sind, Finanzierungen für Wohnimmobilien zu vergeben – auch ohne die früheren KIM-Hardlimits.

Wer eine Zukaufsfinanzierung oder Refinanzierung eines Mietobjekts plant, sollte die aktuellen Konditionen mehrerer Banken vergleichen und dabei sowohl die Zinshöhe als auch mögliche Gebührenvorteile berücksichtigen. Angesichts der wachsenden Kreditnachfrage kann es sich lohnen, Finanzierungsgespräche frühzeitig zu führen, bevor sich das Zinsumfeld erneut verändert.