Europas Immobilien: Renditeprognosen sinken, Kosten steigen

Redaktion2 min read01.10.2026, 00:00vorgestern
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Europas Immobilien: Renditeprognosen sinken, Kosten steigen

Höhere Finanzierungs- und Baukosten drücken 2026 die Renditeaussichten europäischer Immobilien, während die Mieten vielerorts weiter über der Inflation wachsen.

Europas Immobilienmärkte stehen 2026 unter wachsendem Druck: Steigende Finanzierungskosten treffen auf dauerhaft hohe Bau- und Sanierungskosten, berichtet DiePresse.com. Die Renditeerwartungen wurden teils nach unten korrigiert.

Laut Aberdeen lagen die europäischen Immobilienerträge Ende 2025 bei 5,7 Prozent. Für das kommende Jahr erwartet der Vermögensverwalter nur noch 4,1 Prozent. Über drei Jahre rechnet Aberdeen (Q3 2026) mit 7,6 Prozent annualisierter Gesamtrendite, über fünf Jahre mit 7,9 Prozent. CBRE nennt im Basisszenario 6 bis 8 Prozent annualisierte Netto-Gesamtrendite über fünf Jahre. Für kontinentaleuropäische Immobilien wurden bis März 2026 annualisiert 5,5 Prozent Gesamtrendite gemeldet.

Die all-in-Finanzierungskosten sind im ersten Halbjahr 2026 gestiegen und belasten Käufer wie Refinanzierungen. Die Bau- und Sanierungskosten liegen in vielen großen europäischen Märkten seit 2021 stark erhöht. Das Problem ist damit nicht mehr nur ein Zins- und Bewertungsthema, sondern auch ein Kostenthema.

Die Mietmärkte sind dagegen nicht eingebrochen. Aberdeen meldet weiter steigende Mieten über der Inflation und niedrige Leerstände, trotz leichter Zunahmen. Der Ertragsdruck kommt also eher von der Kostenseite als von Mietausfällen.

Mindestbefristung seit 1. Jänner 2026

Für den österreichischen Markt gilt seit 1. Jänner 2026 bei unternehmerischer Vermietung eine Mindestbefristung von 5 Jahren. Private Kleinvermieter können weiterhin auf 3 Jahre befristen. Die Regelung betrifft Neuabschlüsse und Verlängerungen ab diesem Stichtag; für davor wirksam vereinbarte Befristungen bleibt die bisherige 3-Jahres-Regel maßgeblich. Zieht der Mieter nach Befristungsende nicht aus, wird in den Quellen auf eine 14-Tage-Frist für die Räumungsklage hingewiesen. Seit Jahresbeginn wird zudem ein neuer Eingriff in Wertsicherungsklauseln freier Mietverträge erwähnt.

Was heißt das für Vermieter?

Wer vermietet, muss mit höheren Refinanzierungs- und Instandhaltungskosten rechnen. Das drückt die Nettorendite auch dann, wenn die Mieten steigen. Bei laufenden Krediten kann die Anschlussfinanzierung die Rendite stärker belasten als in den Vorjahren. Modernisierungen und Energieeffizienz-Investitionen werden teurer und brauchen größere Kostenpuffer. Bei Neubefristungen ist seit 2026 die Vertragslaufzeit der zentrale Punkt: 3 Jahre für private Kleinvermieter, 5 Jahre für Unternehmer-Vermieter.