Lilihill-Gruppe: Erneute Millionenpleite in Wien

Redaktion2 min read24.09.2026, 00:00letzte Woche
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Lilihill-Gruppe: Erneute Millionenpleite in Wien

Die Lilihill Capital Group GmbH ist am Handelsgericht Wien in ein Sanierungsverfahren geschlittert, nur kurz nach der Insolvenz einer Schwestergesellschaft der Gruppe.

Über das Vermögen der Lilihill Capital Group GmbH wurde am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet, den Antrag hat das Unternehmen selbst gestellt. Das teilten Creditreform und der AKV mit. Zum Sanierungsverwalter wurde Rechtsanwalt Arno Maschke bestellt. Es ist die erneute Lilihill Insolvenz binnen kurzer Zeit, nachdem bereits eine andere Gesellschaft der Gruppe Zahlungsprobleme gemeldet hatte.

Betroffen sind 13 Gläubiger mit Forderungen von 5,9 Millionen Euro. Angaben zur Zahl der Dienstnehmer liegen bislang nicht vor. Das Verfahren läuft unter der Geschäftszahl 4 S 111/26i, die Gesellschaft ist im Firmenbuch unter FN214067f eingetragen.

Als Ursache nennt das Unternehmen laut Creditreform und AKV eine temporäre Liquiditäts- und Haftungssituation: Bürgschafts- und Zahlerhaftungen seien schlagend geworden, dazu kämen Steuerabgaben aus der Gruppenbesteuerung und exekutiv geltend gemachte Forderungen. Erwartete Mittelzuflüsse hätten sich verzögert, zudem seien die Jahresabschlüsse 2023 und 2024 noch nicht fertiggestellt.

Die Lilihill Capital Group fungiert als Holding-, Beteiligungs- und Steuerungsgesellschaft der Gruppe und ist für Verwaltung, Finanzierung und Verwertung von Beteiligungen und Projektgesellschaften zuständig. Kurz zuvor war bereits die Lilihill Financial Services GmbH in die Insolvenz geschlittert – die aktuelle Lilihill Insolvenz der Holding trifft die Gruppe damit zum zweiten Mal in kurzer Folge.

Sanierungsplan mit 100 Prozent Quote

Das Unternehmen will den Betrieb fortführen und bietet den Gläubigern eine Quote von 100 Prozent an, ausgezahlt in zwei Raten: 35 Prozent binnen 90 Tagen nach rechtskräftiger Bestätigung des Plans, weitere 65 Prozent binnen weiteren 90 Tagen. Innerhalb von sechs Monaten sollen die Gläubiger damit vollständig bedient sein.

Als Grundlage nennt die Insolvenzschuldnerin vorhandene Beteiligungswerte, Forderungspositionen und geplante Verwertungserlöse sowie Rückzahlungs- und Kompensationsansprüche. Eine Quote von 100 Prozent ist bei Sanierungsverfahren ungewöhnlich hoch, üblich sind laut Creditreform und AKV eher 20 bis 30 Prozent. Beide Gläubigerschutzverbände prüfen derzeit, ob die angekündigten Mittelzuflüsse tatsächlich in der genannten Höhe und Geschwindigkeit realisierbar sind.

Gläubiger können ihre Forderungen bis 9. November 2026 anmelden. Die Sanierungsplantagsatzung, bei der über die Annahme abgestimmt wird, ist für den 14. Dezember 2026 anberaumt.

Was heißt das für Vermieter?

Wer mit Projektgesellschaften der Lilihill-Gruppe als Käufer, Miteigentümer oder Gläubiger verbunden ist, sollte die Fristen im November und Dezember im Auge behalten und Forderungen fristgerecht anmelden. Der Fall zeigt, wie schnell Bürgschafts- und Haftungsketten innerhalb einer Holdingstruktur mehrere Gesellschaften gleichzeitig in Schieflage bringen können. Vor dem Einstieg in Bauträgerprojekte lohnt ein genauer Blick auf die Konzernstruktur und bestehende Haftungsverhältnisse der beteiligten Gesellschaften.