OeNB-Bericht: Zinswende bringt Preise wieder auf Wachstumskurs

Die OeNB meldet für den österreichischen Wohnimmobilienmarkt 2026 steigende Preise und deutlich mehr vergebene Wohnbaukredite als im Vorjahr.
Die Oesterreichische Nationalbank hat im September 2026 erstmals einen umfassenden Wohnimmobilienbericht für den Zeitraum 2000 bis 2025 veröffentlicht. Der OeNB Wohnimmobilienbericht mit dem Titel „Österreichs Wohnimmobilienmarkt 2000–2025 – Strukturwandel und Finanzmarktstabilität“ zeigt, dass sich der Markt nach der Zinswende stabilisiert und die Preise wieder auf Wachstumskurs sind.
Laut OeNB stiegen die Wohnimmobilienpreise im 2. Quartal 2026 auf 274,0 Punkte, ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnete die Notenbank einen nominalen Anstieg von 2,1 Prozent. Inflationsbereinigt sanken die Preise wegen der Teuerung von 3,8 Prozent aber weiterhin. Seit dem Beginn der EZB-Leitzinserhöhungen im 3. Quartal 2022 liegen die Wohnimmobilienpreise laut OeNB längerfristig noch immer um 3,3 Prozent niedriger. Zum bisherigen Höchststand aus dem 3. Quartal 2022 fehlen aktuell nur noch rund 1,5 Prozent.
Kreditvergabe zieht deutlich an
Parallel dazu erholt sich die Vergabe neuer Wohnbaukredite an private Haushalte spürbar. Im ersten Halbjahr 2026 wurden monatlich im Schnitt 1,6 Milliarden Euro vergeben – ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 und von 85 Prozent gegenüber 2024.
Gleichzeitig sind die Zinsen für variable Wohnbaukredite gesunken: von 4,14 Prozent Ende 2024 auf 3,21 Prozent Ende 2025. Fixzinssätze blieben mit rund 3,42 Prozent Ende 2025 nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (3,43 Prozent).
Die Hochzinsphase hatte laut Auswertung der OeNB-Berichte durch MeinBezirk deutliche Spuren im Verkauf hinterlassen: Die Verkäufe von Neubauten brachen um 60 Prozent ein, jene von gebrauchten Objekten um 26 Prozent.
Der OeNB Wohnimmobilienbericht verweist zudem auf einen strengeren Kapitalpuffer für Gewerbeimmobilienkredite. Im Juli 2026 wurde der Systemrisikopuffer auf 2,0 Prozent angehoben, im Juli 2027 soll er auf 3,5 Prozent steigen.
Was heißt das für Vermieter?
Der Markt ist nach der Zinswende liquider als 2023 oder 2024, mit mehr Kreditvolumen und moderat steigenden Preisen. Für Vermieter mit laufender Finanzierung bedeutet das sinkende variable Zinsen, während Fixzinsen kaum günstiger geworden sind. Bei Ankauf oder Anschlussfinanzierung lohnt sich ein genauer Vergleich beider Varianten. Der steigende Systemrisikopuffer kann bei gewerblich genutzten Objekten künftig zu strengeren Finanzierungsbedingungen führen.
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