Ryanair streicht 12 Strecken ab Flughafen Wien zum Winter

Redaktion2 min read08.10.2026, 00:00vorgestern
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Ryanair streicht 12 Strecken ab Flughafen Wien zum Winter

Ryanair zieht zum Winterflugplan vier Flugzeuge aus Wien ab und streicht zwölf Strecken; die Airline macht die Luftverkehrssteuer und hohe Gebühren in Österreich verantwortlich.

Ryanair setzt seine angekündigten Kürzungen am Flughafen Wien um. Im Winterflugplan sind nur noch 12 Flugzeuge in Wien stationiert, im Sommer waren es 14, im vergangenen Winter 16. Laut Ryanair fallen dadurch 10 Strecken ab Wien weg, auf 8 davon flog die Airline in Konkurrenz zur Lufthansa-Tochter AUA. Dazu kommen die London-Flüge ab Linz und Klagenfurt. Etwa 80 Arbeitsplätze sind betroffen.

Der für Österreich zuständige Ryanair-Manager Andreas Gruber nannte gegenüber der APA die gestrichenen Verbindungen ab Wien: Kopenhagen, Marseille, Tel Aviv, Dubrovnik, Niš, Salerno, Sevilla, Warschau, Lanzarote und Riga.

Ryanair verweist auf Steuern und Gebühren

Als Grund nennt Ryanair die aus ihrer Sicht zu hohen Kosten am Standort Österreich. Die Regierung habe es versäumt, die Luftverkehrssteuer von zwölf Euro pro Ticket abzuschaffen. Die Gebühren der Flugsicherung seien seit der Corona-Pandemie um 60 Prozent gestiegen, jene des Flughafens Wien um 30 Prozent. Damit sei der Standort gegenüber Nachbarländern nicht wettbewerbsfähig.

Ryanair-Chef Michael O'Leary warf Bundeskanzler Christian Stocker in der Mitteilung Untätigkeit vor. Das im Juni angekündigte Hilfspaket der Regierung über 30 Millionen Euro für die Luftfahrt sei unzureichend. O'Leary forderte, es zu streichen und stattdessen die Luftverkehrssteuer abzuschaffen. Sonst verliere Österreich weiter Flugzeuge, Strecken und Wachstum an günstigere EU-Länder.

Hintergrund

Ryanair hat seit Herbst 2025 bereits fünf Boeing-Maschinen aus Wien abgezogen. An den 14 Airbus A320 der Tochter Lauda Europe hielt der Konzern bisher fest. Ryanair und Wizz Air waren 2018 nach der Insolvenz der Air-Berlin-Tochter Niki nach Wien gekommen. Wizz Air hat Wien im Vorjahr vollständig verlassen.

Was heißt das für Vermieter?

Die Streichungen betreffen vor allem Billigverbindungen für Städtereisende. Wer Wohnungen in Schwechat, Simmering oder anderen flughafennahen Lagen kurzzeitig vermietet, muss mit weniger Kurztrip-Gästen aus den gestrichenen Zielen rechnen. Für die klassische Dauervermietung sind keine direkten Folgen belegt. Die rund 80 betroffenen Jobs sind regional gestreut und bewegen den Mietmarkt rund um den Flughafen kaum.

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