Umfrage: Österreicher akzeptieren für ein Drittel weniger Miete vor

Laut einer Innofact-Umfrage für ImmoScout24.at würden 27 Prozent für ein Drittel geringere Wohnkosten in ein weniger schönes Gebäude ziehen, die Wohngegend bleibt dagegen tabu.
Für eine Ersparnis von einem Drittel bei den Wohnkosten würden 27 Prozent der Österreicher in ein weniger schönes Gebäude ziehen. Das ergibt eine Innofact-Umfrage im Auftrag von ImmoScout24.at. Jeweils 24 Prozent könnten mit weniger Wohnfläche oder ohne eigenen Parkplatz leben.
Anlass ist die Belastung durch das Wohnen: Laut Statistik Austria gaben 2025 acht Prozent der Haushalte mehr als 40 Prozent ihres Einkommens dafür aus.
Was Mieter hinnehmen würden
Am ehesten verhandelbar ist die Optik. Bei der Umgebung wird es deutlich enger: Ein Fünftel würde Abstriche bei der Infrastruktur machen, 16 Prozent auf Zimmer verzichten. Knapp jeder Fünfte nähme einen längeren Arbeitsweg in Kauf.
Seltener kommen diese Nachteile infrage:
- schlechtere öffentliche Anbindung: 14 Prozent
- weniger Grünflächen in der Umgebung: 13 Prozent
- schlechtere Ausstattung: 7 Prozent
- lautere Wohngegend: 5 Prozent
- insgesamt schlechtere Wohngegend: 4 Prozent
Ein Viertel der Befragten würde keinen der genannten Nachteile akzeptieren. Bei den Frauen sind es 27 Prozent, bei den Männern 23 Prozent. Unter den 50- bis 65-Jährigen lehnen 33 Prozent jede Verschlechterung ab, bei den 18- bis 29-Jährigen 16 Prozent. Die Jüngeren zeigen sich beim Gebäude besonders flexibel: 38 Prozent könnten sich ein weniger schönes Haus für niedrigere Kosten vorstellen.
Pendeln als Sparhebel
Wie viel ein größerer Suchradius bringt, rechnet ImmoScout24 am Beispiel Wien vor. Wer für eine 70-Quadratmeter-Wohnung 30 bis 60 Minuten Pendelzeit akzeptiert, spart gegenüber einer günstigen Wiener Lage rund 660 Euro Bruttomiete im Monat. Gegenüber einer teuren Lage sind es mehr als 1.000 Euro.
Die durchschnittlichen Bruttomieten für 70 Quadratmeter laut ImmoScout24:
- Wien-Liesing: 1.320 Euro
- Wiener Neustadt: 920 Euro (rund 30 Minuten zum Hauptbahnhof)
- Gänserndorf: 900 Euro (rund 30 Minuten Bahnfahrt zum Praterstern)
- Purkersdorf und Neulengbach: je 880 Euro
„Orte mit guter Bahnanbindung zeigen, dass ein längerer Arbeitsweg für viele eine attraktive Möglichkeit ist, die Wohnkosten zu senken“, sagt Markus Dejmek, Geschäftsführer von ImmoScout24 Österreich.
Was heißt das für Vermieter?
Wer im Umland mit guter Bahnanbindung vermietet, kann bei preissensiblen Mietern mit Nachfrage rechnen, die bewusst auf Pendelzeit statt auf Miethöhe setzen. Parkplatz, Wohnfläche und Gebäudeoptik sind laut Umfrage Punkte, bei denen Interessenten für einen Preisabschlag Abstriche machen. Wohnlage und Ausstattung dagegen werden selten geopfert, hier lohnt es sich nicht, am Standard zu sparen.
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