Vorsorgewohnungen: Ansturm vor Ende der dreifachen AfA

Vor dem Auslaufen der dreifachen AfA Ende 2026 setzt bei Vorsorgewohnungen ein spürbarer Ansturm auf das knappe Angebot ein.
Bei Vorsorgewohnungen setzt derzeit ein regelrechter Ansturm ein, weil die dreifache beschleunigte Abschreibung (AfA) aus dem staatlichen Wohnbaupaket mit Jahresende 2026 ausläuft. Das berichtet Karina Schunker, Geschäftsführerin der EHL Wohnen. Nur Wohnobjekte, die bis 31. Dezember 2026 fertiggestellt werden, ermöglichen Käufern noch die erhöhte AfA von 4,5 Prozent statt der regulären 1,5 Prozent jährlich, und das für die ersten drei Jahre.
Wer bis Jahresende eine Vorsorgewohnung erwirbt, kann diesen Steuervorteil laut Schunker noch mitnehmen. Das gilt auch für den Kauf ganzer Objekte, etwa durch Stiftungen. Drei zusätzliche Prozentpunkte AfA heben die Nachsteuerrendite solcher Investments nach Angaben von Schunker über drei Jahre um jeweils 1,0 bis 1,2 Prozentpunkte an.
Knappes Angebot trifft laut EHL Wohnen auf den zusätzlichen Nachfrageschub bei Vorsorgewohnungen. Die Zahl der Projektstarts sinkt seit Längerem, entsprechend wenige neue Wohnungen kommen aktuell auf den Markt, die sich für die Vermietung eignen. Schunker rechnet in den letzten Wochen des Jahres, traditionell die Hauptsaison für den Kauf von Vorsorgewohnungen, mit einem deutlichen Nachfrageüberhang.
Zusätzlich verstärkt worden ist die Attraktivität von Vorsorgewohnungen laut Schunker durch die zuletzt stark gestiegenen Mieten, die unabhängig vom Steuereffekt die Anfangsrendite verbessert haben. Käufer, die noch aus einem breiteren Angebot zu attraktiven Preisen wählen wollen, sollten sich laut Schunker frühzeitig umsehen.
Folgen für 2027
Das Auslaufen des Wohnbaupakets wirkt sich laut Schunker auch auf das kommende Jahr aus. Weil Entwickler einen starken Anreiz haben, laufende Projekte noch heuer fertigzustellen, dürfte es in der ersten Jahreshälfte 2027 deutlich weniger Fertigstellungen geben als sonst.
Schunker zieht daraus ein nüchternes Resümee: Das Wohnbaupaket habe Entwicklungsaktivitäten zwar leicht beschleunigt, der langfristige Gesamteffekt werde aber nahe null liegen, wenn die Förderung ersatzlos endet. Ohne neue Impulse dürfte sich der Wohnungsmangel in den Großstädten 2027 und in den Folgejahren weiter verschärfen.
Was heißt das für Vermieter?
Wer den Kauf einer Vorsorgewohnung plant, sollte den Abschluss noch heuer anstreben, um die dreifache AfA für die ersten drei Jahre zu sichern. Wegen des knappen Angebots an fertiggestellten Objekten lohnt sich eine rasche Marktsichtung. Für 2027 zeichnet sich wegen der vorgezogenen Fertigstellungen eine noch dünnere Neubaupipeline ab, ein Punkt, der die Vermietbarkeit bestehender Objekte in Großstädten mittelfristig eher stützt.
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