Weinbau-Immobilien: Wieder mehr Angebot im Südburgenland

Redaktion3 min read25.09.2026, 00:00letzte Woche
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Weinbau-Immobilien: Wieder mehr Angebot im Südburgenland

In den heimischen Weingebieten tauchen nach Jahren der Flaute wieder vereinzelt Immobilien am Markt auf, berichten Makler aus drei Regionen.

Nach Jahren mit kaum Angebot und kaum Nachfrage tauchen in den österreichischen Weinbaugebieten wieder einzelne Immobilien am Markt auf. Das berichten Makler aus dem Südburgenland, der Südsteiermark und der Wachau gegenüber der "Presse". Weingebiete-Immobilien galten während der Pandemie als heiß begehrt, seither war es lange still um sie.

Im Südburgenland ist die Nachfrage rund um Weinberge und Buschenschenken seit dem Höhepunkt vor rund zehn Jahren stark zurückgegangen. "Der Markt hat sich komplett gedreht", sagt Michael Kelemen von Radakovits Kelemen Immobilien in Oberwart. Inzwischen kommen aber wieder besondere Objekte auf den Markt, etwa ein umgebauter Dreiseithof oder ein preisgekröntes Architektenhaus im Wald, berichtet David Rader von der von Alten Immobilientreuhand. Für solche Häuser werden Preise um oder über einer Million Euro aufgerufen, reguläre bezugsfertige Häuser gibt es im südlichen Burgenland bereits ab einer halben Million Euro.

Ein Grund für das wachsende Interesse an Weingebiete-Immobilien ist die bessere Anbindung an Wien und Graz: Durch die neue S7 ist etwa Jennersdorf deutlich schneller erreichbar als bisher, so Kelemen.

Auch die Südsteiermark profitiert von neuer Infrastruktur. "Durch die Koralmbahn und den neuen Bahnhof Weststeiermark in Groß Sankt Florian ist die Gegend jetzt noch besser öffentlich angebunden", sagt Peter Hack vom gleichnamigen Immobilienunternehmen. Von einer Rückkehr zu den Boomjahren spricht er nicht, wohl aber von zaghafter Bewegung. Besonders gefragt sind Häuser mit Wärmepumpe und Fotovoltaik sowie historische, bereits sanierte Objekte in ruhigen, uneinsehbaren Grünlagen. Auch sogenannte Zwischenlagen zwischen bekannten Weinorten wie Kitzeck oder Gamlitz kommen laut Hack wieder infrage, weil sie ruhiger sind als die Hotspots selbst. Die Preise beginnen bei 500.000 Euro für sanierungsbedürftige Grundstücke mit Weinbergen, bezugsfertige Anwesen mit Weinstöcken oder Wald starten ab einer Million Euro.

In der Wachau bleibt die Nachfrage laut Bettina Auer von Immo Auer in Rohrendorf bei Krems überschaubar. "Es ist immer noch nicht viel", sagt sie. Besondere Objekte wie eine sanierte alte Mühle in Spitz finden aber wieder Interessenten, auch hier zeigt sich der vorsichtige Wandel bei den Weingebiete-Immobilien. Schwieriger ist die Lage abseits der Donau: Ein renovierungsbedürftiges Winzerhaus in Langenlois biete Auer um 300.000 Euro an, die Nachfrage dafür sei derzeit gering. Vor wenigen Jahren hätten sich Käufer für solche Häuser noch gedrängt, für Objekte mit Donaublick seien damals Liebhaberpreise verlangt worden.

Was heisst das für Vermieter?

Für Kaufinteressenten mit Blick auf Zweitwohnsitze in Weinbaugebieten öffnet sich wieder ein kleines Zeitfenster mit realistischeren Preisen als während des Pandemie-Hypes. Wer selbst ein Objekt im Südburgenland, der Südsteiermark oder der Wachau besitzt, sollte Investitionen in Wärmepumpe, Fotovoltaik oder eine saubere Sanierung einkalkulieren, da diese Kriterien laut Maklern klar über die Verkaufschancen entscheiden. Die verbesserte Bahn- und Straßenanbindung in einzelnen Regionen kann zudem mittelfristig die Wertentwicklung stützen.