Wien-Umland: bis zu 280.000 Euro günstiger kaufen

Eine Auswertung von ImmoScout24 zeigt, wie stark Kaufpreise für Wohnungen im niederösterreichischen Umland unter dem Wiener Niveau liegen.
Eine 70-Quadratmeter-Wohnung kostet in Wien im Schnitt 471.000 Euro. Wer stattdessen im niederösterreichischen Umland kauft, zahlt teils deutlich weniger, im Bezirk Melk etwa nur 184.000 Euro, ein Minus von 287.000 Euro beziehungsweise 61 Prozent. Das ergibt eine Auswertung von rund 7.000 Wohnungsinseraten durch ImmoScout24.at.
Am güntigsten liegt demnach der Bezirk Melk, mit einer Fahrzeit von 50 bis 60 Minuten zum Wiener Hauptbahnhof. In Amstetten kostet die gleiche Wohnungsgröße 236.000 Euro, ein Vorteil von 235.000 Euro bei rund einer Stunde Anreise. St. Pölten liegt bei 260.000 Euro (minus 211.000 Euro, minus 45 Prozent) und ist in etwa 30 Minuten erreichbar.
Purkersdorf bietet laut ImmoScout24 das stärkste Gesamtpaket aus Preis und Erreichbarkeit: 267.000 Euro im Schnitt, ein Vorteil von 204.000 Euro (43 Prozent), bei einer Fahrzeit von nur 15 bis 18 Minuten zum Westbahnhof. „Besonders interessant ist die Kombination aus Kaufpreis und Zuganbindung“, sagt Markus Dejmek, Österreich-Chef von ImmoScout24.
Auch nahe Wien noch spürbare Unterschiede
Wiener Neustadt kommt auf 300.000 Euro (minus 171.000 Euro) bei etwa 30 Minuten Fahrzeit zum Hauptbahnhof. Klosterneuburg liegt bei 336.000 Euro, ist vom Franz-Josefs-Bahnhof aber in nur 20 Minuten erreichbar, ein Preisvorteil von 135.000 Euro. In Baden kostet eine Wohnung 333.000 Euro (minus 138.000 Euro) bei 20 Minuten Fahrtdauer, in Wolkersdorf 353.000 Euro (minus 118.000 Euro) bei 15 Minuten von der U1-Station Leopoldau.
Im weiteren Umland bleibt die Ersparnis konstant hoch: Hollabrunn (290.000 Euro, minus 181.000 Euro), Tulln (336.000 Euro), Mistelbach (353.000 Euro), Gänserndorf (356.000 Euro) und Krems (361.000 Euro) liegen alle zwischen 110.000 und 135.000 Euro unter dem Wiener Preis.
Selbst nahe der Stadtgrenze sind Unterschiede spürbar: Schwechat und Bruck an der Leitha kosten je rund 377.000 Euro, ein Minus von 94.000 Euro (20 Prozent). Korneuburg, Stockerau und Gerasdorf liegen bei 419.000 Euro (minus 52.000 Euro, 11 Prozent). Kaum einen Preisvorteil bietet Mödling mit 465.000 Euro, nur 6.000 Euro beziehungsweise ein Prozent unter Wien.
Was heißt das für Vermieter?
Für Kaufinteressenten mit Vermietungsabsicht eröffnet das Umland attraktive Renditechancen: Niedrigere Einstiegspreise bei Orten wie Purkersdorf oder St. Pölten treffen auf gute Bahnanbindung nach Wien, was die Vermietbarkeit an Pendler stützt. Wer den Kaufpreis pro Quadratmeter senken kann, verbessert die Bruttorendite deutlich gegenüber einem Wiener Objekt. Die Zugverbindung sollte bei der Standortwahl ebenso einfließen wie der reine Kaufpreis, da sie die Nachfrage künftiger Mieter maßgeblich bestimmt.
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