Wien: Wohnungs-Fertigstellungen 2026 deutlich unter Plan

Redaktion2 min read23.09.2026, 00:00vor 7 Stunden
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Wien: Wohnungs-Fertigstellungen 2026 deutlich unter Plan

Statt 12.600 geplanter Wohnungen werden in Wien heuer nur 9.600 fertig – die Wirtschaftskammer warnt vor weiter steigender Wohnungsknappheit.

In Wien werden heuer deutlich weniger Wohnungen fertiggestellt als vorgesehen. Von den ursprünglich geplanten 12.600 Wohneinheiten kommen laut Prognose nur 9.600 auf den Markt, teilte der Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien, Michael Pisecky, mit. Seine eigene Einschätzung fällt noch vorsichtiger aus: Er rechnet mit höchstens 8.000 fertigen Wohnungen.

Damit fehlt mindestens jede vierte geplante Wohnung auf einem Markt, der laut Pisecky ohnehin bereits angespannt ist. Die Aussagen fielen bei einer Presseveranstaltung der Initiative Pro Bauen & Sanieren, einem Zusammenschluss der Fachgruppe Wien der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, des Forschungsverbands der österreichischen Baustoffindustrie (FBI) und des Verbands der Baustoffhändler Österreichs (VBÖ).

Vier Jahre Rückgang in Folge

Zwischen 2022 und 2025 ist die Bauleistung in Österreich vier Jahre hintereinander geschrumpft, 2024 mit einem Minus von 5,9 Prozent besonders stark. Auch 2026 bringt keine Trendwende: Das WIFO hat seine Prognose im Juni von plus 0,1 auf minus 0,2 Prozent korrigiert. Erst für 2027 erwarten die Institute wieder ein Plus bei den Bauinvestitionen, um 1,0 Prozent.

Als Gründe nennt die Branche die Zinswende, gestiegene Baukosten, regulatorische Hürden und fehlende Planungssicherheit. Hinzu kommt die Zurückhaltung der öffentlichen Hand, die im Zuge der Budgetsanierung zahlreiche Projekte gestoppt oder verschoben hat.

Pisecky fordert verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen beim Mietrecht, ausreichende Finanzierungen zu erfüllbaren Konditionen sowie mehr Planungssicherheit für die Branche. FBI-Vorstandsvorsitzender Georg Bursik verweist zusätzlich auf die Sanierung von Bestandsgebäuden als Wachstumshebel – sie erwirtschaftet laut den Zahlen der Initiative jährlich eine Bruttowertschöpfung von 5,5 Milliarden Euro. Bremsend wirkten hier fehlende Planbarkeit und bürokratische Hürden, die privates Kapital von Investitionen abhalten.

VBÖ-Vizepräsident Andreas Fetter weist auf die Struktur der Bauwirtschaft hin: Rund ein Viertel der Beschäftigten arbeitet in Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern, die besonders stark auf wirtschaftliche Schwankungen reagieren. Eine Studie des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) im Auftrag von Pro Bauen & Sanieren beziffert die Kosten einer Rückkehr zum Fertigstellungsniveau von 2021/22: 7,8 Milliarden Euro an Zusatzinvestitionen jährlich, denen eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von 4,6 Milliarden Euro gegenüberstehen könnte.

Was heisst das fuer Vermieter?

Weniger Neubau in Wien bedeutet ein knapperes Angebot an Mietwohnungen – für bestehende Vermieter ein Argument für stabile bis steigende Nachfrage und Mieten. Wer selbst saniert statt neu baut, profitiert zudem von einem Bereich, der von der Branche als vergleichsweise verlässliches Wachstumsfeld genannt wird. Gleichzeitig bleibt die Finanzierungslage angespannt, solange Zinsniveau und regulatorische Unsicherheit Investitionsentscheidungen bremsen.