ARGE Eigenheim: Klimaziele fordern gemeinnützigen Wohnbau

ARGE Eigenheim warnt vor massivem Aufholbedarf bei Heizungstausch und Sanierung im gemeinnützigen Wohnbau bis 2040.
Die ARGE Eigenheim hat am 3. September 2026 bei einer Pressekonferenz konkrete Zahlen zum gemeinnützigen Wohnbau in Österreich vorgelegt: Rund 34 Prozent des gemeinnützigen Gesamtwohnungsbestands sind noch fossil beheizt, das entspricht etwa 348.000 Wohnungen.
Um die Klimaziele bis 2040 zu erreichen, wären laut ARGE jährlich rund 20.000 Heizungsumstellungen notwendig. Davon entfallen rund 13.000 Umstellungen pro Jahr auf Mietwohnungen im gemeinnützigen Bereich. Zusätzlich wären jährlich rund 9.000 thermische Sanierungen im Mietwohnungsbestand der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) erforderlich.
Tempo muss sich vervielfachen
Die ARGE beziffert den notwendigen zusätzlichen Aufwand konkret: Beim Sanierungstempo braucht es demnach den Faktor 1,5, beim Heizungstausch sogar eine Steigerung auf das 2,5-Fache des aktuellen Niveaus.
Die Interessenvertretung stellt zugleich klar, dass der gemeinnützige Wohnbau nicht in der Breite klimatisch gefährdet sei, sondern ein klar abgrenzbares Problemsegment habe. Als Referenzrahmen dient die EU-Gebäuderichtlinie EPBD, die Klimaziele im Gebäudebestand bis 2040 vorschreibt.
Finanzierung als Kernproblem
Laut ARGE Eigenheim reicht der sogenannte 1-Prozent-Topf der Wohnbauförderung nicht aus, um die Dekarbonisierung des Bestands in der nötigen Breite zu finanzieren. Verschärfend kommen laut Verband steigende Baukosten, ein bestehender Wohnungsmangel sowie gekürzte Förderquoten hinzu.
Im gemeinnützigen Bereich regeln Bestimmungen des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG) unter anderem die Verwendung von Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträgen für Sanierungs- und Umstellungsmaßnahmen. Die ARGE ordnet das Thema damit ausdrücklich als Finanzierungs- und Verteilungsfrage ein, nicht nur als technisches Sanierungsproblem.
Was heisst das für Vermieter?
Auch wenn die genannten Zahlen den gemeinnützigen Wohnbau betreffen, erhöht sich damit der politische Druck auf den gesamten Gebäudesektor in Österreich. Private Vermieter sollten damit rechnen, dass künftige Förderprogramme, Sanierungsvorgaben und mietrechtliche Diskussionen stärker an Energieeffizienz und Heizungstausch gekoppelt werden. Wer Bestandsimmobilien mit fossiler Heizung hält, sollte die Debatte um Fördertöpfe und Fristen im Auge behalten, da die Finanzierung der Umstellung politisch weiter umstritten bleibt.
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