ARGE Eigenheim warnt vor Fachkräftemangel bei Sanierungswelle

Redaktion2 min read13.09.2026, 00:00vor 3 Wochen
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ARGE Eigenheim warnt vor Fachkräftemangel bei Sanierungswelle

Die ARGE Eigenheim schlägt Alarm: 20.000 fehlende Facharbeiter und ein gestoppter Förder-Übergang gefährden Österreichs Sanierungswelle bei Altbauten.

Die ARGE Eigenheim warnt vor gravierenden Engpässen bei der bevorstehenden Sanierungswelle in Österreich. Bundesobfrau Isabella Stickler, zugleich Vorstandsvorsitzende der Alpenland, macht die Lage in einem Beitrag der Immobilien Redaktion vom 12. September 2026 öffentlich: Der Bauwirtschaft fehlen aktuell rund 20.000 Facharbeiter – ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt, an dem der Gebäudebestand in die zweite große Sanierungsrunde eintritt.

Hintergrund ist der technische Lebenszyklus von Immobilien: Nach 30 bis 40 Jahren wird eine grundlegende Sanierung fällig. Gebäude aus der Zeit ab 1990 erreichen laut Stickler nun ihren ersten Sanierungszyklus, ältere Bestände bereits den zweiten. Rund 80 Prozent aller Wohnungen müssten in dieser Welle thermisch saniert werden, weil etwa 80 Prozent der Gebäude vor dem Jahr 2000 errichtet wurden – also bevor Energieeffizienzstandards eine relevante Rolle spielten.

Förderstopp bremst laufende Projekte

Zusätzlich zur Personalknappheit kommt eine plötzliche Unterbrechung bei der Bundesförderung im Jahr 2026: Sie wurde laut Stickler überraschend gestoppt, wodurch geplante Sanierungen auf Eis liegen. Eine neue Förderung ist zwar angekündigt, ein Übergang zur alten Regelung fand jedoch nicht statt. Stickler nennt als Beispiel Ausschreibungen im ländlichen Raum, bei denen ihr Unternehmen teilweise kein einziges Angebot erhielt, weil der Aufwand für Baufirmen zu hoch war.

Stickler fordert von der Politik klare und dauerhafte Rahmenbedingungen statt wiederkehrender Diskussionen, die Investoren und Eigentümer verunsichern. Jeder Förderstopp und jede fehlende wohnrechtliche Regelung vergrößere die Finanzierungslücke und verzögere notwendige Sanierungen zusätzlich. Vorrang habe dabei die Sanierung der Gebäudehülle vor kurzfristigen Einzelmaßnahmen wie Klimageräten.

Was heißt das für Vermieter?

Wer als Vermieter eine thermische Sanierung plant, sollte mit längeren Vorlaufzeiten bei der Auftragsvergabe und schwankenden Förderbedingungen rechnen. Der aktuelle Förderstopp macht eine verlässliche Kalkulation schwierig – wer Angebote einholt, sollte Fördermittel vorerst nicht fix einplanen. Angesichts des Fachkräftemangels lohnt es sich, Sanierungsvorhaben frühzeitig auszuschreiben, statt auf günstigere Konditionen zu warten.