CO2-Kostenteilung: Gasheizung wird für Vermieter teurer

Ein neues Stufenmodell verteilt die CO2-Kosten für Gas- und Ölheizungen nach Gebäudeeffizienz und trifft Vermieter mit alten Heizungen künftig deutlich stärker.
In Deutschland gilt seit der Reform des CO2-Kostenaufteilungsgesetzes (CO2KostAufG) ein 10-Stufen-Modell, nach dem Vermieter und Mieter die CO2-Kosten für fossile Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl je nach energetischem Zustand des Gebäudes untereinander aufteilen. Das berichtet der Fachverlag Haufe. Bei besonders ineffizienten Gebäuden trägt der Vermieter bis zu 95 Prozent der CO2-Kosten, bei sehr effizienten Objekten bleibt sein Anteil bei null Prozent.
Die Einstufung erfolgt anhand des CO2-Ausstoßes je Quadratmeter und Jahr. Die Schwellenwerte reichen von unter 12 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter bis zu 52 Kilogramm und mehr, gestaffelt in zehn Stufen. Je schlechter der energetische Zustand, desto höher der Vermieteranteil an den CO2-Kosten.
Für die Abrechnung 2026 gilt laut den ausgewerteten Quellen ein Festbetrag von 60 Euro pro Tonne CO2. Zusätzlich wurde für neu eingebaute Gas- oder Ölheizungen im Rahmen des Gebäudemodernisierungsgesetzes eine gesonderte Kostenaufteilung eingeführt: Nach Paragraf 5a Absatz 3 CO2KostAufG teilen sich Vermieter und Mieter die Kosten hälftig.
Kein direktes Pendant in Österreich
Das CO2KostAufG ist deutsches Recht und hat in Österreich keine unmittelbare Rechtswirkung. Für heimische Vermieter bleibt die CO2-Bepreisung fossiler Energieträger über den nationalen CO2-Preis im Rahmen des Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetzes (NEHG) geregelt, eine vergleichbare gesetzliche Stufenaufteilung zwischen Vermieter und Mieter existiert hierzulande bislang nicht.
Dennoch ist die deutsche Entwicklung für österreichische Investoren relevant, weil sie zeigt, wie eine gesetzliche Verknüpfung von Gebäudeeffizienz und CO2-Kostenverteilung wirtschaftlich wirkt: Je schlechter die Sanierung, desto höher die Belastung des Eigentümers. Vergleichbare Modelle werden auch in Österreich im Zuge der Klimaziele diskutiert, insbesondere im Kontext des geplanten Erneuerbare-Wärme-Gesetzes und künftiger Sanierungspflichten.
Was heisst das fuer Vermieter?
Österreichische Vermieter mit Gasheizungen in unsanierten Gebäuden sollten die deutsche Regelung als Warnsignal verstehen: Steigt der heimische CO2-Preis weiter und kommen ähnliche Aufteilungsmodelle, wird der energetische Zustand des Gebäudes zum unmittelbaren Kostenfaktor. Wer jetzt in Sanierung oder den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme investiert, sichert sich gegen künftige regulatorische und finanzielle Risiken ab. Bei Neuanschaffung einer Heizung lohnt sich schon heute die Prüfung, ob eine fossile Lösung angesichts steigender CO2-Kosten und drohender Regulierung noch wirtschaftlich tragfähig ist.
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