Fußgänger-Brücke im Gewerbepark Stadlau verzögert sich

Eine geplante Fuß- und Radbrücke, die den autozentrierten Gewerbepark Stadlau nachträglich fußgängerfreundlicher machen sollte, verzögert sich weiter.
Die geplante Fuß- und Radwegbrücke im Gewerbepark Stadlau in Wien-Donaustadt kommt vorerst nicht. Das berichtet der Standard und ordnet das Projekt als Prolongation eines bereits jahrelang schwelenden Planungsproblems ein.
Der Gewerbepark Stadlau ist ein Fachmarktzentrum, das konsequent auf den Autoverkehr ausgerichtet wurde. Wer an der gleichnamigen Straßenbahnstation aussteigt, blickt auf große Parkplatzflächen und wenig Grünraum abseits des sogenannten Abstandsgrüns zwischen Gebäuden und Fahrbahnen.
Die Brücke sollte genau dieses Grundproblem lindern: eine bessere Fuß- und Radverbindung in einem Areal, das ursprünglich nicht für Menschen ohne Auto geplant wurde. Nun verzögert sich die Umsetzung, ein neuer Zeitplan ist derzeit nicht bekannt.
Ein Lehrstück für Gewerbeimmobilien
Der Fall zeigt exemplarisch, wie teuer und langwierig es werden kann, städtebauliche Fehlplanungen nachträglich zu korrigieren. Fachmarktzentren wie der Gewerbepark Stadlau wurden in einer Zeit konzipiert, in der Erreichbarkeit fast ausschließlich über den motorisierten Individualverkehr gedacht wurde.
Heute verlangen Stadtplanung, Klimaziele und auch die Erwartungen von Mietern und Kundschaft zunehmend nach multimodaler Erschließung, sprich: Anbindung für Fußgänger, Radfahrerinnen und öffentlichen Verkehr. Wo das im Nachhinein fehlt, entstehen Infrastrukturprojekte wie die Stadlauer Brücke, die Jahre bis Jahrzehnte nach Errichtung des eigentlichen Gewerbeparks notwendig werden und sich dann in Abstimmungsprozessen zwischen mehreren Stellen verzögern können.
Was heißt das für Vermieter?
Für Eigentümer und Investoren in Gewerbeimmobilien ist der Fall Gewerbepark Stadlau eine Mahnung, die Erschließungsqualität eines Standorts nicht nur nach heutigem Verkehrskonzept, sondern auch nach künftigen Anforderungen zu bewerten. Reine Auto-Lagen ohne Fuß- und Radanbindung bergen das Risiko sinkender Attraktivität für Mieter und Kundschaft, sobald sich Mobilitätsgewohnheiten und Stadtplanungsvorgaben ändern. Wer in Fachmarktzentren oder ähnliche Gewerbeimmobilien investiert, sollte daher frühzeitig prüfen, ob und wie nachträgliche Erschließungsprojekte realistisch umsetzbar sind, bevor er auf eine Aufwertung des Standorts kalkuliert.
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