NPL-Barometer 2026: Kreditrisiken bei Immobilien steigen

Redaktion2 min read16.09.2026, 00:00vor 2 Wochen
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NPL-Barometer 2026: Kreditrisiken bei Immobilien steigen

Ein aktuelles NPL-Barometer und österreichische Insolvenzdaten zeigen anhaltend hohe Kreditrisiken im Immobiliensektor und Mittelstand.

Das NPL-Barometer 2026 weist erhöhte Kreditrisiken bei Gewerbeimmobilien und im Mittelstand aus, gestützt durch aktuelle österreichische Insolvenzzahlen zum Grundstücks- und Wohnungswesen. Das teilte Presseportal mit, gestützt auf Auswertungen von sieben deutschen Kreditinstituten sowie Daten des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) für Österreich.

Laut der Auswertung entfallen rund 60% der notleidenden Engagements in klimaintensiven Branchen bei den untersuchten Banken auf das Grundstücks- und Wohnungswesen. Das Marktklima für notleidende Kredite bleibt 2026 bei einem Wert von 0,32 und damit praktisch auf dem Niveau des Vorjahres (0,31) – von Entspannung keine Spur.

Für Österreich meldet der AKV für das erste Halbjahr 2026 insgesamt 2.005 eröffnete Firmeninsolvenzen. Das sind 7,69% weniger als im Vergleichszeitraum des bisherigen Rekordjahres 2025. Hinzu kommen 1.654 Abweisungen mangels Masse, zusammen also 3.659 Fälle.

Die Gesamtpassiva der Firmeninsolvenzen sanken auf 4,64 bis 4,65 Mrd. Euro, nach 22,3 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Der starke Rückgang erklärt sich laut AKV vor allem dadurch, dass 2025 einzelne große Immobilienentwickler insolvent wurden, die diesen Wert nach oben getrieben hatten.

Trotz des Rückgangs bleibt das Grundstücks- und Wohnungswesen die Branche mit den höchsten Schulden: Im ersten Halbjahr 2026 wurden hier Passiva von 837,73 Mio. Euro ausgewiesen. Nur Finanzdienstleister liegen in der Rangliste der Branchenschulden noch davor.

Was heißt das für Vermieter?

Private Vermieter mit gewerblich genutzten Objekten oder Mietern aus konjunktursensiblen Branchen sollten Bonität und Zahlungsverhalten enger im Blick behalten, denn Ausfälle schlagen bei angespannter Marktlage schneller auf den Cashflow durch. Wer eine Finanzierung mit variabler Verzinsung hat oder vor einer Refinanzierung steht, muss mit strengerer Prüfung durch die Banken rechnen, da Immobilienexposure zurückhaltender bewertet wird. Ein frühzeitiges Reagieren auf Zahlungsrückstände bei Mietern und ein aktives Liquiditätsmonitoring sind angesichts der Zahlen aus dem AKV-Bericht und dem NPL-Barometer sinnvoll.