Salzburger Firma bringt Wärmepumpe für einzelne Wohnungen

Redaktion2 min read16.09.2026, 00:00vor 2 Wochen
Share X LinkedIn
Salzburger Firma bringt Wärmepumpe für einzelne Wohnungen

Avancetec vertreibt mit dem Midea H-Pack eine Wärmepumpe, die wie eine Gastherme in einzelnen Wohnungen montiert wird.

Das Salzburger Unternehmen Avancetec bringt mit dem Midea H-Pack eine Wärmepumpe auf den Markt, die erstmals wie eine klassische Gasetagenheizung direkt in einer einzelnen Wohnung installiert werden kann. Das teilte Prokurist Alexander Kain dem Kurier mit. Bisher scheiterte der Einbau von Wärmepumpen in Geschoßwohnungen oft an Platzmangel und Lärm, weil die Geräte üblicherweise aus einem Innen- und einem Außenteil bestehen.

Das H-Pack ist eine sogenannte Monoblock-Wärmepumpe, die alle Komponenten in einem Gehäuse vereint und nicht größer ist als eine Gastherme. Sie wird an der Wand montiert, die Verbindung zur Außenluft läuft über zwei Rohre durch die Außenwand. Im Betrieb sei das Gerät etwa so laut wie ein Kühlschrank, so Kain.

Avancetec ist Großhändler für erneuerbare Energielösungen und seit Kurzem exklusiver Vertriebspartner für die Marke Midea in der DACH-Region. Der chinesische Konzern Midea beschäftigt laut Kurier weltweit über 190.000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 54,8 Milliarden Euro.

Kosten und Einsatzbereich

Die Gesamtinstallation des H-Pack koste derzeit rund 18.000 Euro, so Kain. Sollte ab 2027 wieder eine Kesseltauschförderung eingeführt werden, könnte der Preis auf unter 10.000 Euro sinken – damit läge er in etwa auf dem Niveau einer neuen Gasheizung. Die Effizienz sei mindestens so hoch wie jene einer klassischen Split-Wärmepumpe.

Mit einer Leistung von 4,5 Kilowatt eignet sich das Gerät laut Hersteller für gut gedämmte Neubauten bis 140 Quadratmeter sowie für sanierte Altbauwohnungen bis 80 Quadratmeter. Wird eine bestehende Gasheizung ersetzt, kann der vorhandene Heizkreislauf inklusive Heizkörper weiterverwendet werden. Für höhere Effizienz würde sich laut Kain ein Austausch der Heizkörper dennoch auszahlen.

Das Gerät muss an einer Außenwand montiert werden, damit die Luftleitungen kurz bleiben. Für die dafür nötigen zwei Kernbohrungen kann in manchen Fällen eine Genehmigung erforderlich sein. Avancetec sieht laut Kain auch Potenzial im sozialen Wohnbau, wo Wärmepumpen bisher selten zum Einsatz kommen.

Ähnliche, aber deutlich schwerere Monoblock-Systeme anderer Hersteller sind laut Kurier eher für den Heizkeller gedacht. Kleinere Wandgeräte von Anbietern wie Etherma oder Remko heizen nur einzelne Räume.

Was heißt das für Vermieter?

Für Vermieter mit Gasetagenheizungen im Altbau eröffnet das H-Pack erstmals eine Wärmepumpen-Option ohne aufwendigen Umbau der Heizkörper oder Außeneinheit im Innenhof. Bei rund 800.000 Gas- und 400.000 Ölheizungen in Österreich könnte das den Heizungstausch in einzelnen Bestandswohnungen erleichtern, sofern die Wand-durchbrüche baulich und behördlich möglich sind. Ob sich die Investition von aktuell rund 18.000 Euro pro Wohnung rechnet, hängt stark davon ab, ob und wann die Kesseltauschförderung 2027 wieder aufgelegt wird.