EZB erhöht Leitzins auf 2,50 Prozent – höchster Stand seit 2025

Wolfgang Staufer2 min read12.09.2026, 00:00gestern
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EZB erhöht Leitzins auf 2,50 Prozent – höchster Stand seit 2025

Die EZB hat den Leitzins am 11. September 2026 um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent angehoben – mit direkten Folgen für Kreditzinsen in Österreich.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins abermals erhöht. Der EZB-Rat beschloss eine Anhebung des Einlagensatzes um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent, wie aus der Mitteilung der Notenbank hervorgeht. Das ist der höchste Stand seit Februar 2025, als der Satz bei 2,75 Prozent gelegen hatte.

Ausschlaggebend ist die hartnäckige Inflation im Euroraum, die zuletzt bei 3,3 Prozent lag und damit deutlich über dem EZB-Zielwert von 2,0 Prozent. Bereits im Juni hatte die EZB die Zinsen wegen der durch den Nahost-Konflikt getriebenen Teuerung angehoben. Der Ölpreis war zuletzt wieder über 100 Dollar je Barrel gestiegen, was die Sorge vor einer erneuten Verteuerung von Energie schürt.

Die Kerninflation, die Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, ist laut EZB zuletzt leicht auf 2,4 Prozent gesunken. Der EZB-Rat betonte dennoch seine Entschlossenheit, die Inflation mittelfristig auf den Zielwert zurückzuführen, und schloss weitere Zinsschritte nicht aus. An den Terminmärkten wird bereits mit einer weiteren Erhöhung im Dezember gerechnet.

An den europäischen Börsen reagierten Anleger verhalten: Der Euro-Stoxx-50 gab nach, ebenso der deutsche DAX und der britische FTSE-100. Marktbeobachter werten die Entscheidung als erwartbar, verweisen aber auf die weiterhin unsichere Lage rund um Energiepreise und den Nahost-Konflikt.

Was heißt das für Vermieter?

Für Vermieter und Kreditnehmer in Österreich bedeutet der höhere Leitzins steigende Finanzierungskosten bei variablen Krediten und neuen Anschlussfinanzierungen. Wer eine Immobilie mit Fremdkapital finanziert oder eine Anschlussfinanzierung plant, sollte mit weiter steigenden Bauzinsen rechnen, zumal ein weiterer Zinsschritt im Dezember bereits erwartet wird. Investitionsentscheidungen für Neubau oder Sanierung werden dadurch tendenziell teurer, während gleichzeitig hohe Mieteinnahmen die gestiegenen Kreditkosten teilweise kompensieren können.