OeNB senkt BIP- und Inflationsprognose für Österreich 2026

Wolfgang Staufer2 min read12.09.2026, 00:00gestern
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OeNB senkt BIP- und Inflationsprognose für Österreich 2026

Die OeNB rechnet 2026 nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum und einer Inflation von drei Prozent – Folgen für Zinsen und Mietanpassungen zeichnen sich ab.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat am Freitag ihre Konjunkturprognose für Österreich nach unten korrigiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll 2026 nur noch um 0,5 Prozent wachsen, im Juni war die Notenbank noch von 0,6 Prozent ausgegangen. Grund ist ein schwächeres erstes Halbjahr sowie die Sommerdürre, die laut OeNB-Berechnung mit 0,1 Prozentpunkten zu Buche schlägt.

Für 2027 erwartet die OeNB ein Wachstum von 1,3 Prozent, für 2028 von 1,2 Prozent. Damit liegt die Notenbank deutlich unter den Prognosen von Wifo und IHS, die im Juni noch 0,9 beziehungsweise 0,8 Prozent für 2026 veranschlagt hatten.

Auch die Inflationsprognose wurde gesenkt: Die Teuerung soll heuer auf drei Prozent zurückgehen, im Juni waren noch 3,2 Prozent erwartet worden. Bis 2028 soll sie auf das EZB-Ziel von zwei Prozent sinken. Laut OeNB-Ökonomin Doris Prammer bleibt die Energieinflation allerdings hoch, während eine moderate Lohnentwicklung und die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel dämpfend wirken. Österreich liege bei der Inflation damit wieder im Schnitt des Euroraums, sagte OeNB-Gouverneur Martin Kocher.

Zinsen und Risikoszenarien

Die Europäische Zentralbank hatte den Leitzins am Donnerstag auf 2,50 Prozent angehoben. Laut Kocher könnten bis Frühjahr 2027 zwei bis drei weitere Zinsschritte folgen, ein nächster Schritt gilt bereits für Oktober als möglich, ein weiterer im Dezember.

Die OeNB verweist auf erhebliche Abwärtsrisiken durch den Krieg im Nahen und Mittleren Osten. In einem Negativszenario mit dauerhaft hohen Öl- und Gaspreisen rechnet Ökonom Gerhard Fenz mit einem Wachstum nahe der Stagflation und einer Inflation von über fünf Prozent, ohne dass es zu einer Rezession kommt. Im positiven Szenario mit fallenden Rohstoffpreisen wäre ein Wachstum von 1,5 Prozent und eine Inflation unter zwei Prozent möglich.

Was heisst das für Vermieter?

Eine Inflation von drei Prozent bedeutet für 2026 weiterhin spürbare wertgesicherte Mietanpassungen bei Richtwert- und Kategoriemietverträgen. Weitere EZB-Zinsschritte im Oktober und Dezember könnten variable Immobilienkredite verteuern, was Vermieter bei Anschlussfinanzierungen einplanen sollten. Das schwächere Wachstum dämpft zudem die Kaufkraft der Mieterhaushalte, was bei Neuvermietungen in wirtschaftlich schwächeren Lagen zu berücksichtigen ist.