Dämmstoffe: Absatz steigt trotz Förderstopp um 3,7 Prozent

Trotz des Frühjahrs-Stopps der Bundesförderung stieg der Dämmstoff-Absatz im ersten Halbjahr um 3,7 Prozent, und viele Hausbesitzer planen bereits für den Förderstart im November.
Der Absatz von Dämmstoffen in Österreich ist im ersten Halbjahr um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Das meldet der Branchenradar. Auch die Nachfrage nach zertifizierten Wärmedämmverbundsystemen lag über dem Vorjahresergebnis. Das überrascht, weil die Bundesförderung für thermische Sanierung im Frühling eingestellt wurde.
Damals waren keine Förderanträge mehr möglich, im Fördertopf blieb nur noch Geld für den Kesseltausch. Branche und Hausbesitzer rechneten daher damit, dass Fenstertausch und energetische Gebäudesanierungen vielfach verschoben würden. Dieser Einbruch blieb aus.
Die Nachfrage nach neuen Fenstern stagnierte dagegen auf Vorjahresniveau. „Das zeigt, der Sanierungsdruck ist hoch“, sagt Andreas Kreutzer, Geschäftsführer von Branchenradar. Angesichts steigender Energiepreise wachse das Interesse an einer thermischen Sanierung der Gebäudehülle.
Fördermittel 2027 aufgestockt
Für 2027 wurde eine Aufstockung der Fördermittel für thermische Sanierungen auf 321 Millionen Euro beschlossen. Insgesamt stehen 500 Millionen Euro für Gebäudesanierung und Heizungstausch zur Verfügung. Von diesem Geld wird eine Belebung des Marktes erwartet.
Ab November sind Förderanträge wieder möglich. Viele Hausbesitzer beauftragen deshalb schon jetzt Dämmleistungen und energetische Beratungen, um zum Antragsstart bereit zu sein. Dieser Vorzieheffekt stützt die Nachfrage nach Dämmstoffen zusätzlich.
Was heißt das für Vermieter?
Wer eine Fassadendämmung oder einen Fenstertausch plant, sollte Angebote und Energieberatung jetzt einholen, damit die Unterlagen zum Antragsstart im November vorliegen. Wegen der erwarteten Nachfrage sind längere Wartezeiten bei Handwerksbetrieben und Lieferanten wahrscheinlich. Ob ein Vorhaben förderfähig ist und ab wann Arbeiten beginnen dürfen, ist vor der Beauftragung anhand der Förderbedingungen zu prüfen.
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