Office Report 2026/27: Büros nur zu 62 Prozent belegt

Büros in Österreich und Deutschland sind laut Office Report 2026/27 im Schnitt nur zu 62 Prozent belegt, die Mietfläche pro Mitarbeiter liegt unverändert bei 18,3 m².
Büros in Österreich und Deutschland sind im Schnitt nur zu 62 Prozent belegt. Das zeigt der Office Report 2026/27, den Andreas Gnesda (CEO teamgnesda) und Oliver Bertram (Geschäftsführer Bertram ZT) vorgelegt haben. Am stärksten Tag der Woche, meist Dienstag oder Mittwoch, sind es 78 Prozent, am schwächsten nur 34 Prozent.
Die Mietfläche pro Mitarbeiter hat sich trotzdem kaum bewegt: Sie liegt seit Jahren nahezu unverändert bei 18,3 m². Allein die befragten Organisationen zahlen laut Report rund eine halbe Milliarde Euro Miete pro Jahr für Fläche, die niemand nutzt.
Datenbasis und Flächenpotenzial
Für die sechste Ausgabe wurden zwischen Mai und September 2026 Daten von 164 Organisationen erhoben, mit 225.300 Beschäftigten, 186.000 Arbeitsplätzen und 5,48 Millionen m² Bürofläche. Bei der ersten Erhebung 2021 waren es fast fünfmal weniger Mitarbeiter.
Rechnerisch ließen sich bei den Teilnehmern rund 1,6 Millionen m² einsparen. Auf den Gesamtmarkt hochgerechnet wären es etwa 38 Prozent der Bürofläche: 13,7 Millionen m² in Österreich und 194 Millionen m² in Deutschland. Für Österreich entspricht das rund 182.000 Wohnungen. Das ist eine reine Rechenübung, denn Widmung, Bauordnung und Haustechnik stehen einer Umnutzung in der Praxis im Weg.
Keine Rückkehr ins Büro
Bei 54 Prozent der Organisationen hat sich die Präsenz in den vergangenen zwei Jahren nicht verändert. Home-Office wird im Schnitt an 2,4 Tagen pro Woche genutzt. Nur 0,1 Prozent der Beschäftigten dürfen gar nicht mobil arbeiten.
Wer ins Büro kommt, tut das vor allem für die Teamarbeit (34 Prozent). Karriere und Sichtbarkeit nennen lediglich 1,3 Prozent. Entsprechend wünschen sich 32 Prozent der Organisationen mehr Kollaborations- und Projekträume, nur 5 Prozent mehr Einzelarbeitsplätze.
Vorreiter brauchen deutlich weniger Fläche
Der New Work Score, der die tatsächliche Umsetzung neuer Arbeitswelten misst, liegt im Schnitt bei 45 Prozent. Vorreiter kommen mit 13,2 m² Mietfläche pro Mitarbeiter aus, die Besten sogar mit unter 10 m². Nachzügler brauchen 36,6 m².
Kostenreduktion ist mit 44 Prozent das wichtigste Motiv für einen Standortwechsel, reine Flächenreduktion nennen nur 10 Prozent. Die Studienautoren erwarten Umbau im Bestand statt Neubau und Desk-Sharing als neuen Normalfall. Den vollen Kostendruck spüren viele Unternehmen laut Report erst 2027.
Was heißt das für Vermieter?
Wer Gewerbeflächen vermietet oder in Büroobjekte investiert, muss mit sinkendem Flächenbedarf bei Mietern rechnen. Spätestens bei Vertragsverlängerungen dürften Mieter kleinere Flächen oder bessere Konditionen verlangen. Gefragt sind eher Kollaborations- und Projekträume als klassische Einzelarbeitsplätze. Für private Vermieter mit Gewerbeanteil im Portfolio lohnt ein Blick auf Auslastung und Mieterstruktur.
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