Vienna Twentytwo: Renderings versprechen mehr als der Platz hält

Redaktion1 min read12.10.2026, 00:00vor 2 Wochen
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Vienna Twentytwo: Renderings versprechen mehr als der Platz hält

Das fertiggestellte Quartier Vienna Twentytwo in Wien-Donaustadt zeigt in den Renderings 105 Menschen auf dem Platz. Eine Ortsbegehung des Standard fragt, wie viel davon Realität ist.

Das Quartier Vienna Twentytwo in Wien ist fertiggestellt, doch die Lebendigkeit der Visualisierungen hat sich vor Ort offenbar nicht eingestellt. Der Standard hat die Spurensuche gemacht und die Werbebilder des Projekts mit der Realität verglichen.

In einem der Signature-Renderings, mit denen das Quartier über Jahre beworben wurde, tummeln sich 105 Personen auf dem Platz. Gut gekleidet, im besten Alter, mit Aktentaschen, Sonnenbrillen und Smartphones am Ohr. Beim genauen Hinsehen fallen KI-Artefakte auf: schuhlose Passanten, Doppelgänger, Vierbeiner in Sandalen. Die Bilder zeichnen ein Bild von urbanem Gewusel, das der reale Platz laut Bericht nicht einlöst.

Wechselnde Eigentümer

Das Projekt hat eine bewegte Eigentümergeschichte. Ursprünglich entwickelte es STC Development, später lag es bei der inzwischen insolventen Signa. Heute gehört es der ARE Austrian Real Estate, der bundeseigenen Immobilientochter.

Was heißt das für Vermieter?

Wer in große Wiener Entwicklungsgebiete investiert oder dort Wohnungen vermietet, sollte Vermarktungsbilder nicht mit der Standortqualität gleichsetzen. Renderings zeigen den Wunschzustand, nicht die Frequenz im Erdgeschoß, die Nahversorgung oder die Aufenthaltsqualität. Ein Lokalaugenschein zu unterschiedlichen Tageszeiten liefert belastbarere Hinweise auf Vermietbarkeit und Mietniveau als jede Visualisierung. Das gilt besonders bei Quartieren, die erst kürzlich fertig geworden sind und deren Belebung sich noch nicht eingespielt hat.

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