Immobilienfinanzierung 2026: Österreicher planen größer

Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass Österreicher heuer so viel Geld für Immobilienkäufe finanzieren wollen wie seit 2019 nicht mehr.
Die geplante Immobilienfinanzierung erreicht in Österreich einen mehrjährigen Höchstwert. Im ersten Halbjahr 2026 lag die gewünschte Finanzierungssumme bei rund 255.000 Euro – so hoch wie zuletzt 2019. Für private Vermieter und Kaufinteressenten ist das ein deutliches Signal, dass sich der Finanzierungsmarkt spürbar belebt hat.
Immobilienfinanzierung: Höhere Summen, mehr Nachfrage
Laut Auswertungen auf Basis von OeNB- und Bankdaten wollte die größte Gruppe der Kreditinteressenten – rund 27 Prozent – zwischen 300.000 und 500.000 Euro finanzieren. Das deutet auf größere Projekte hin, etwa den Kauf von Eigentumswohnungen oder Zinshausanteilen in Ballungsräumen.
Kreditvolumen im Aufwind
Parallel zur steigenden Wunschsumme hat sich auch das tatsächliche Neugeschäft erholt. Banken vergaben in der zweiten Jahreshälfte 2025 monatlich rund 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro an neuen Wohnbaukrediten – deutlich mehr als im Jahr davor. Der Gesamtbestand privater Wohnbaukredite stieg von 129,8 Milliarden Euro im Juli 2024 auf 130,1 Milliarden Euro im Juli 2025.
Zinsen leicht gesunken
Gleichzeitig sind die Konditionen für neu abgeschlossene Kredite günstiger geworden. Der durchschnittliche Zinssatz für neue Wohnbaukredite lag Ende 2025 bei 3,39 Prozent und Anfang bis Mitte 2026 bei rund 3,4 Prozent. Bei einem Kredit von 100.000 Euro über 20 Jahre sank die monatliche Rate dadurch von 615 auf 570 Euro.
Was bedeutet das für Finanzierungsplanung und Markt?
Für Vermieter, die einen Zukauf oder eine Refinanzierung planen, verbessert die aktuelle Zinslage die Tragfähigkeit vieler Investitionsvorhaben. Gleichzeitig bedeuten höhere durchschnittliche Kreditsummen auch mehr Wettbewerb um Finanzierungszusagen bei den Banken.
- Wunschsumme H1 2026: rund 255.000 Euro, höchster Wert seit 2019
- Größte Nachfragegruppe: 300.000 bis 500.000 Euro (27 Prozent)
- Durchschnittszins Neugeschäft: rund 3,4 Prozent (2026) bzw. 3,39 Prozent (Ende 2025)
- Kreditbestand privater Wohnbaukredite: 130,1 Mrd. Euro (Juli 2025)
Wer aktuell eine Finanzierung plant, sollte konservativ kalkulieren, da größere Ticketgrößen zunehmend zur Norm werden und sich Zinskonditionen weiterhin ändern können. Eine ausreichende Liquiditätsreserve und eine sinnvolle Zinsbindung bleiben zentrale Bausteine jeder Investitionsrechnung.
Rechtlicher Rahmen 2026
Neben der Finanzierung selbst hat sich 2026 auch der rechtliche Rahmen verändert. Das Verbraucherkreditrechts-Änderungsgesetz 2026 wurde veröffentlicht und kann je nach Kredit- und Verbraucherstruktur Auswirkungen auf Vertrags- und Belehrungspflichten haben.
Zusätzlich gelten mietrechtliche Anpassungen: Im Vollanwendungsbereich des MRG sind Übergangsstufen von maximal plus 1 Prozent ab 1. April 2026 und plus 2 Prozent ab 1. April 2027 vorgesehen. Zudem wurde die Mindestbefristung bestimmter Mietverträge von drei auf fünf Jahre angehoben, sofern der Vermieter als Unternehmer im Sinn des KSchG auftritt. In der Steiermark kann seit 1. März 2026 wieder um Eigenheimförderung angesucht werden, was für projektbezogene Finanzierungen als zusätzlicher Baustein relevant sein kann.
Was heißt das für Vermieter?
Die steigenden Finanzierungssummen und das belebte Kreditgeschäft zeigen, dass Immobilienkäufe in Österreich 2026 wieder leichter finanzierbar sind als in den Vorjahren. Wer als Vermieter einen Zukauf plant, profitiert aktuell von moderat gesunkenen Zinsen und einem aktiveren Kreditmarkt, sollte aber die neuen Vorgaben aus Verbraucherkreditrecht und Mietrecht in die Kalkulation einbeziehen. Eine realistische Einschätzung von Zinsentwicklung, Leerstandsrisiko und Vertragsfristen bleibt entscheidend, um Investitionsentscheidungen auf eine solide Basis zu stellen.
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