Kocher: Steuerlast zu hoch, Inflation im Euroraum steigt

Redaktion2 min read04.11.2026, 00:00vorgestern
Share X LinkedIn
Kocher: Steuerlast zu hoch, Inflation im Euroraum steigt

OeNB-Gouverneur Martin Kocher hält die Steuerlast in Österreich für zu hoch und warnt in der ZIB 2 vor anhaltendem Inflationsdruck samt möglicher Zinserhöhung im Dezember.

Martin Kocher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, hält die Steuerlast in Österreich für zu hoch. „Aus meiner Sicht zu hoch“, sagte er am Dienstagabend in der ZIB 2. Zugleich warnte er, dass die Inflationsgefahr weiter hoch bleibe, auch wenn er im kommenden Jahr einen Rückgang erwartet.

Die Teuerung im Euroraum ist zuletzt wieder gestiegen. Sie kletterte im September 2026 auf 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Das ist der höchste Wert seit September 2023. In Österreich stieg der harmonisierte Verbraucherpreisindex im selben Zeitraum von 2,9 auf 3,6 Prozent und liegt damit deutlich über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent.

Zinserhöhung im Dezember möglich

Kocher, der als OeNB-Gouverneur auch im EZB-Rat sitzt, bezeichnete eine Zinserhöhung im Dezember 2026 als wahrscheinlich, falls sich Preise und Rahmenbedingungen nicht ändern. Eine endgültige Entscheidung sei aber offen.

Als wesentlicher Preistreiber gelten steigende Energiepreise infolge geopolitischer Eskalationen. Inflationsraten von 8 bis 10 Prozent wie 2022 und 2023 erwartet Kocher nicht. In einem ungünstigen Szenario könnte die Teuerung im kommenden Jahr aber bei etwa 5 Prozent liegen.

Was heißt das für Vermieter?

Wer variabel finanziert oder dessen Fixzinsbindung bald ausläuft, muss mit höheren Kreditraten rechnen, sollte die EZB die Leitzinsen anheben. Auch Betriebskosten für Energie, Hausbetreuung, Wartung und Versicherung können weiter steigen; Rücklagen und Vorschreibungen sollten das berücksichtigen.

Mieterhöhungen folgen der Inflation nicht automatisch. Entscheidend sind Mietvertrag, Wertsicherungsklausel und die Vorgaben des MRG, etwa beim Richtwert- oder Kategoriemietzins. Bei Indexklauseln ist zu prüfen, welcher Index vereinbart ist und ab welchem Schwellenwert angepasst werden darf.

Passend zum Thema

Rendite bei steigenden Zinsen prüfen

Jetzt ausprobieren

Passend zum Thema

Finanzierungsszenarien durchrechnen

Jetzt ausprobieren