Wien: Platz für Zehntausende, doch gebaut wird gefördert

Redaktion2 min read04.11.2026, 00:00vorgestern
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Wien: Platz für Zehntausende, doch gebaut wird gefördert

Am Nordwestbahnhof, in der Seestadt und in Rothneusiedl ist Platz für zehntausende Wiener, doch derzeit treiben vor allem gemeinnützige Bauträger die Projekte voran.

Wien hat in den Stadtentwicklungsgebieten Nordwestbahnhof, Seestadt Aspern und Rothneusiedl noch Platz für zehntausende Menschen. Gebaut wird dort derzeit aber vor allem von gemeinnützigen Bauträgern. Frei finanzierte Wohnprojekte rechnen sich unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen kaum, wie die Immobilien Redaktion am 3. November berichtet.

Nordwestbahnhof: Baustart Anfang 2027

Am Nordwestbahnhof in der Brigittenau sind Wohnungen für rund 16.000 Menschen und 4.700 Arbeitsplätze geplant. Die ersten Wohnhäuser sollen Anfang 2027 in Bau gehen, bis Ende 2029 sollen die ersten 1.150 Wohnungen fertig sein. Herzstück ist die zehn Hektar große „Grüne Mitte“, deren erster Teil zeitgleich mit den Wohnbauten fertig wird.

Die ÖBB als Grundeigentümerin sehen den Markt zweigeteilt. Im frei finanzierten Segment gebe es „deutlich weniger Marktteilnehmer“, die sich für Grundstücke interessieren. Bei Ausschreibungen für den geförderten Wohnbau herrsche dagegen weiterhin großer Andrang. Die zweite Phase der technischen Freimachung läuft bis 2028.

Seestadt: Konzeptverfahren für vier Bauplätze

In der Seestadt Aspern in der Donaustadt vergibt die Wien 3420 aspern Development AG im Quartier Am Seebogen Mitte vier Bauplätze in einem Konzeptverfahren. Die Themen: serielles Bauen, alternsgerechtes Wohnen, das zirkuläre Stadthaus und Wohnen für spezifische Zielgruppen. Ergebnisse sollen im Frühjahr 2027 vorliegen.

Unabhängig davon wird gebaut. An der Waterfront der Seeterrassen ist LIL-Y am See in Bau, „Das Seestädter“ des ÖVW und PIER05 der STC folgen kommendes Jahr. Im Quartier Seecarré ist 2027 bei mehreren der sieben Wohnbauprojekte der Baustart geplant.

As Nachfragetreiber vor allem im Gewerbe nennt Vorstand Robert Grüneis die Inbetriebnahme der Stadtstraße im kommenden Jahr und den fixierten Fertigstellungstermin der Spange S1.

Rothneusiedl: Bauen ab 2030

In Favoriten dauert es am längsten. Die Stadtentwicklungskommission hat im Mai das städtebauliche Leitbild beschlossen: 124 Hektar, 9.000 Wohnungen für 21.000 Menschen, davon zwei Drittel gefördert, dazu 8.000 Arbeitsplätze und eine Verlängerung der U1. Für die erste Etappe soll bis 2029 ein Flächenwidmungs- und Bebauungsplan vorliegen, gebaut werden kann ab 2030. Die aktuelle Konjunktur habe laut Stadt „keine unmittelbare Auswirkung“.

Was heißt das für Vermieter?

Das künftige Wohnungsangebot in diesen Quartieren entsteht vorerst überwiegend im geförderten Segment, frei finanzierte Mietwohnungen kommen langsamer. Für private Vermieter in Wien spricht das dafür, dass der Nachfragedruck im frei finanzierten Bestand vorerst bestehen bleibt. Bei Rothneusiedl liegt der Baubeginn so weit voraus, dass sich bis dahin die Marktlage für gewerbliche Bauträger noch ändern kann.

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