Linz: Hafenarbeitersiedlung Sintstraße wird bis 2027 saniert

Die denkmalgeschützte Arbeitersiedlung Sintstraße in Linz wird seit 2024 von Strabag Real Estate und GWG revitalisiert, die Fertigstellung ist für 2027 geplant.
In Linz wird die denkmalgeschützte Arbeitersiedlung in der Sintstraße revitalisiert. Strabag Real Estate und die GWG Linz arbeiten seit 2024 gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt an dem Ensemble, die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen. Das berichtet die Presse.
Die Siedlung entstand zwischen 1927 und 1931 nach Plänen des damaligen Stadtbaudirektors Curt Kühne, um leistbaren Wohnraum für Hafenarbeiter und deren Familien zu schaffen. Sie folgt der Idee der Gartenstadt: 18 freistehende, zweigeschossige Häuser gruppieren sich um einen zentralen Anger. Das Ensemble steht seit 2012 unter Denkmalschutz. Zuvor kam es zu jahrelangem Leerstand und Verfall.
Elf Häuser bleiben, sieben werden ersetzt
Das Konzept unter dem Projektnamen „Trees“ kombiniert Sanierung und Neubau. Elf historische Gebäude bleiben erhalten. Sieben Häuser waren in einem Zustand, der eine wirtschaftlich und denkmalpflegerisch vertretbare Sanierung nicht zuließ, sie wurden durch Neubauten ersetzt.
Fertig ist bereits der Neubau der GWG im Norden der Anlage mit 17 geförderten Wohnungen und einer Tiefgarage. Strabag Real Estate saniert die elf Bestandsgebäude und errichtet drei Neubauten im südöstlichen Bereich, diese Arbeiten laufen noch.
Entkernung bis auf die Außenmauern
Im Bestand entstehen sechs Einfamilienhäuser und zehn Maisonettewohnungen. Ursprünglich hatte jedes Haus acht Kleinstwohnungen mit rund 28 Quadratmetern, das WC lag am Gang. Um heutige Anforderungen bei Bauphysik, Schallschutz und Barrierefreiheit zu erfüllen, wurden die Gebäude komplett entkernt. Nur die Außenmauern blieben stehen.
Das war aufwendig: Die Mauern bestanden aus zwei dünnen Ziegelwänden, deren Zwischenraum mit Hochofenschlacke gefüllt war. Die Schlacke hat sich mit der Zeit aufgelöst, die beiden Wände waren praktisch nicht mehr verbunden. Nun hält ein Stahlbetonring sie zusammen, danach wurde ein neues Gebäude in die alte Hülle hineingebaut, wie Architektin Verena Mörkl vom Büro Superblock schildert.
Dachstuhl und Dach werden originalgetreu erneuert, mit Ziegeln in Originalfarbe und -form. Die Häuser werden mit Wärmepumpe beheizt, erhalten aber dennoch originalgetreue Scheinkamine. Kunststofffenster weichen Holzkastenstockfenstern im historischen Stil. Auch der zentrale Anger und der gewachsene Baumbestand bleiben erhalten.
Was heißt das für Vermieter?
Das Projekt zeigt, wie sich denkmalgeschützter Bestand mit hohem Aufwand auf heutigen Wohnstandard bringen lässt: Entkernung, Wärmepumpe, Barrierefreiheit und Schallschutz hinter historischer Fassade. Für Eigentümer älterer Linzer Objekte ist das ein Referenzfall für Sanierungsumfang und Abstimmung mit dem Denkmalamt. Wer Zinshäuser mit Schutzstatus besitzt oder kauft, sollte entsprechende Mehrkosten und Auflagen früh in die Kalkulation aufnehmen.
Passend zum Thema
Marktwert Ihrer Immobilie berechnen
More News

Immobilienfirmen: 40 % haben kaum Kassa für Forderungen
06.11.2026
Wiener Toplagen: Kaum Leerstand, Spitzenmieten steigen leicht
06.11.2026
Luxuslagen in Salzburg, Graz und Linz verschieben sich
06.11.2026
Steiermark: Wohnbau boomt in Graz, ländliche Bezirke hinken nach
05.11.2026
Holzbau-Start-up Gropyus: Mehrere Töchter in Insolvenz
05.11.2026