Steiermark: Wohnbau boomt in Graz, ländliche Bezirke hinken nach

Die Steiermark meldet für 2026 rund 3.420 fertiggestellte Wohneinheiten, doch der Zuwachs entsteht fast ausschließlich in Graz, während Murau und Voitsberg kaum neue Projekte sehen.
Die Steiermark meldet für 2026 rund 3.420 fertiggestellte Wohneinheiten, 56 Prozent mehr als 2025. Laut dem Bericht des Kurier vom 4. November liegt das Niveau damit dennoch etwa 30 Prozent unter dem Durchschnitt seit 2019. Für 2027 werden landesweit rund 3.500 Fertigstellungen erwartet.
Der Zuwachs entsteht fast ausschließlich in Graz. Beim Wohnbau Graz ergibt sich für 2026 die Prognose von 2.560 fertigen Wohnungen, nach rund 970 im Vorjahr – ein Plus von 164 Prozent. Von 2024 bis 2026 zählte die Erhebung in der Landeshauptstadt 172 Projekte mit rund 5.500 Wohneinheiten.
Graz weit vorn, Murau und Voitsberg fast leer
Im Großraum Graz kamen in den zwölf Monaten bis Herbst 2026 insgesamt 54 Bauträgerprojekte neu auf den Markt, 43 in Graz selbst und elf in Graz-Umgebung. In den Bezirken Murau und Voitsberg wurde im selben Zeitraum jeweils nur ein neues Projekt erfasst. Gemeint sind neu gestartete Vermarktungen, nicht alle laufenden Bauvorhaben.
2027 bricht Graz wieder ein
Beim Wohnbau Graz zeichnet sich für 2027 ein Rückgang ab: Gerechnet wird mit rund 1.960 Fertigstellungen, etwa 23 Prozent weniger als 2026. Das sind rund 600 Wohnungen weniger.
Auch das Mietsegment verschiebt sich. Gewerbliche Bauträger sollen 2027 nur noch 202 frei vermietbare Mietwohnungen errichten, nach 892 im Jahr 2026. Gemeinnützige Bauträger legen dagegen von 710 auf 1.067 Mietwohnungen zu.
Was heißt das für Vermieter?
In Graz erhöhen die 2.560 Neubauwohnungen 2026 den Wettbewerb um Mieter, vor allem gegenüber älteren oder teuer angesetzten Objekten. Ab 2027 sinkt das Neubauangebot deutlich, was private Bestandswohnungen mit marktgerechter Miete und gutem Zustand stützt. Im mittleren Mietsegment profitieren private Vermieter vom Rückgang bei gewerblichen Neubauten, bei preisgünstigen Wohnungen wächst durch die gemeinnützigen Bauträger die Konkurrenz.
In ländlichen Bezirken bleibt das zusätzliche Mietangebot gering, weil dort kaum Wohnbau stattfindet. Leerstand schützt das allerdings nicht automatisch: Nachfrage, Arbeitsplätze und Verkehrsanbindung vor Ort entscheiden. Bei befristeten Verträgen gilt seit 1. Jänner 2026 für unternehmerische Vermieter eine Mindestdauer von fünf Jahren, für nichtunternehmerische weiterhin drei Jahre. Ob jemand als Unternehmer nach dem KSchG gilt, hängt vom Einzelfall ab.
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