Bauwirtschaft schrumpft 2026 das fünfte Jahr in Folge

Die österreichische Bauproduktion sinkt 2026 real um rund 3 Prozent, getrieben vom schwachen Wohnbau, während die Baukosten weiter steigen.
Die österreichische Bauwirtschaft schrumpft 2026 real das fünfte Jahr in Folge. Laut Branchenradar sinkt die Bauproduktion nochmals um rund 3 Prozent, der Rückgang kommt ausschließlich aus dem Hochbau. Der Tiefbau soll real um etwa 2 Prozent wachsen.
Hauptursache ist der Wohnbau. Der reale Wohnungsneubau lag 2025 rund 30 Prozent unter dem Niveau von 2020, die Wohnbausanierung rund 14 Prozent darunter. Die preisbereinigte Bauproduktion bleibt 2026 gut 12 Prozent unter dem Stand von 2020. Nominal wird der Bauproduktionswert auf 70,8 Mrd. Euro geschätzt, ein Plus von 22 Prozent gegenüber 2020, das vor allem Preissteigerungen widerspiegelt.
Bewilligungen und Baubeginne brechen ein
Die Zahl der genehmigten Wohnungen in neuen Gebäuden hat sich zwischen 2020 und 2025 mehr als halbiert. 2025 wurden knapp 32.000 Wohneinheiten bewilligt. Die Baubeginne gingen im selben Zeitraum um 42 Prozent zurück, die Fertigstellungen um 34 Prozent.
Für 2026 erwartet die Branche bei den Bewilligungen nochmals ein Minus von 5 Prozent, bei den Baubeginnen etwa 12 Prozent weniger. Die Fertigstellungen steigen dagegen moderat auf rund 30.900 Wohneinheiten, etwa 15 Prozent mehr als 2025. Das ist eine Folge früher gestarteter Projekte, keine Trendwende: Weil kaum neue Vorhaben anlaufen, rechnet die Branche für das erste Halbjahr 2027 wieder mit weniger Fertigstellungen.
Baukosten steigen weiter
Der Baukostenindex für Wohnhaus- und Siedlungsbau lag im August 2026 bei 105,6 Punkten und damit 5,3 Prozent über dem Wert vom August 2025. Neubauwohnungen bleiben trotz schwacher Nachfrage teuer in der Errichtung.
Was heißt das für Vermieter?
Der schwache Neubau verknappt mittelfristig das Angebot an modernen Mietwohnungen, was gut gelegene Bestandsobjekte relativ stärkt. Eine Knappheit rechtfertigt aber keine Mieterhöhung über das hinaus, was MRG und die jeweilige Mietzinsbildung erlauben.
Bei Sanierungen von Dach, Fassade, Heizung oder Fenstern sollten Vermieter mit weiter hohen Kosten rechnen, Angebote nach dem aktuellen Baukostenstand vergleichen und die Rücklage für ungeplante Instandhaltung großzügiger ansetzen. Dringendes wie Sicherheit, Energieversorgung und Feuchteschäden hat Vorrang vor optischen Verbesserungen.
Wer eine Vorsorgewohnung plant: Die beschleunigte Abschreibung läuft laut Berichterstattung aus. Anschaffungszeitpunkt und Übergangsregeln sollten steuerlich geprüft werden.
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