Eigentumswohnungen: Preise steigen, Fertigstellungen sinken

Im ersten Halbjahr 2026 wurden 24.106 Eigentumswohnungen verkauft, ein Viertel mehr als im Vorjahr, doch Preise und Finanzierungshürden bleiben hoch.
Österreichweit wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 24.106 Eigentumswohnungen verkauft. Das sind gut ein Viertel mehr als im Vergleichszeitraum 2025, wie der ImmoSpiegel von Re/Max zeigt. Der Gesamtmarkt legte ebenfalls zu: 66.591 verbücherte Immobilien entsprechen einem Plus von 22,3 Prozent.
Leistbarer ist Wohneigentum dadurch nicht geworden. Laut Statistik Austria verteuerten sich Häuser und Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr 2026 um durchschnittlich 3,9 Prozent. Bestandsimmobilien legten mit 4,0 Prozent etwas stärker zu als Neubauten mit 3,8 Prozent. Der Häuserpreisindex erreichte im zweiten Quartal einen neuen Höchststand und übertraf erstmals den bisherigen Rekord aus dem dritten Quartal 2022.
Große regionale Unterschiede
Eine typische Eigentumswohnung kostete im ersten Halbjahr 2026 laut Re/Max rund 4.234 Euro pro Quadratmeter. Am teuersten ist Vorarlberg mit 4.985 Euro, vor Salzburg mit 4.876 und Tirol mit 4.681 Euro. Niederösterreich liegt bei 3.498 Euro, die Steiermark bei 2.914 Euro. Schlusslicht ist das Burgenland mit 2.825 Euro.
In Wien ist der erste Bezirk mit 13.317 Euro pro Quadratmeter Spitzenreiter, gefolgt von der Wieden (7.189 Euro), der Leopoldstadt (6.829 Euro) und dem Alsergrund (6.813 Euro). Am günstigsten sind Brigittenau (4.308 Euro), Favoriten (4.285 Euro) und Simmering (3.731 Euro).
Bautätigkeit bleibt schwach
Treiber der Teuerung sind die Baukosten, die im zweiten Quartal 2026 um 3,6 Prozent über dem Vorjahr lagen, und die schwache Bautätigkeit. Nach Zahlen der WKO sank die Zahl der Fertigstellungen 2025 um 25 Prozent. Für 2026 wird erstmals wieder ein moderates Plus von 15 Prozent erwartet, für 2027 zeichnet sich nach den bisher veröffentlichten Projekten erneut ein Rückgang ab.
Bei Mietwohnungen ist die Lage noch dünner. Laut Otto-Wohnmarktbericht stieg der Mietanteil bei Projekten gewerblicher Bauträger von rund 18 Prozent 2025 auf 21 Prozent 2026. Für 2027 sind nur noch drei Prozent der ohnehin wenigen Einheiten zur Vermietung vorgesehen. Die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten lag im zweiten Quartal 2026 bei 10,50 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg von 3,3 Prozent gegenüber 2025.
Finanzierung bleibt streng
Die KIM-Verordnung lief im Sommer 2025 offiziell aus, die Banken sind seither aber nicht großzügiger geworden. Finanzmarktaufsicht und Nationalbank halten an zentralen Richtwerten fest: Der Kredit soll höchstens 80 Prozent von Immobilienwert und Nebenkosten ausmachen. Die jährliche Belastung soll 40 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens nicht übersteigen, die Laufzeit 35 Jahre nicht überschreiten. Die Angebote der Institute unterscheiden sich, ein Vergleich lohnt sich.
Was heißt das für Vermieter?
Steigende Kaufpreise bei knappem Neubauangebot stützen den Wert von Bestandsobjekten. Zugleich bleibt der Weg ins Eigentum für viele Mieter versperrt, was die Nachfrage nach Mietwohnungen hoch hält. Wer einen Zukauf plant, sollte die bankenüblichen Grenzen von 80 Prozent Beleihung und 40 Prozent Schuldendienst früh in die Kalkulation einbeziehen.
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